Drittes Dialogforum „Hessen hat Familiensinn

Bad Nauheim. Anlässlich des Dialogforums „Beruf und Familie“ betonte Hessens Familienminister Stefan Grüttner, dass in einer Zeit, in der die Geburtenzahlen wieder stiegen und immer mehr Eltern Beruf und Kinder vereinbaren wollten, dies „eine der wichtigsten Aufgaben“ aller beteiligten Stellen sei, die Familien „bestmöglich zu unterstützen.“„Die Diskussionen am Donnerstag in Bad Nauheim haben deutlich gezeigt, dass wir vielfach bereits sehr gute Unterstützung bieten, diese aber in vielen Bereichen noch weiter verbessern und ausbauen können.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf So ist im Bereich „Arbeit und Kinder“ der Wunsch geäußert worden, Unternehmen für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu gewinnen und es ist aus den Teilnehmerstimmen heraus deutlich geworden, dass gerade in Richtung der Arbeitgeber noch viel zu tun ist. Auch wurde darüber gesprochen, dass Väter aktiver mitgestalten und ihre Rolle in der Familie anders definieren sollten. Ein weiteres großes Thema war die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege“, nannte Grüttner Beispiele. Das Forum wurde am Donnerstag in Bad Nauheim durch Familienminister Stefan Grüttner und die Journalistin und Autorin Bärbel Schäfer eröffnet. Ziel der Veranstaltung sei es, konkrete Vorschläge zur Verbesserung der Situation der Familien in Hessen zu erarbeiten, die dann in der Kommission „Hessen hat Familiensinn“ weiter diskutiert und wo dann konkrete Maßnahmen abgeleitet werden, betonte der Minister. Bärbel Schäfer ergänzte: „Als berufstätige Mutter kenne ich viele der alltäglichen Belastungen, denen Familien ausgesetzt sind. Es gibt viele Bereiche in denen Unterstützung gebraucht wird.“ Ziel der Dialogreihe Im Rahmen von vier Unterforen wurden die Themen „Arbeitgeberperspektive“, „Arbeit und Kinder“, „Arbeit und Pflege“ sowie „Instrumente und Strukturen“ diskutiert. Ziel der Dialogreihe zwischen Politik, Fachöffentlichkeit und den Bürgerinnen und Bürgern ist es, die Bedürfnisse der Familien zu erörtern und daraus passgenaue Maßnahmen abzuleiten. Dabei sollen nicht nur neue Ideen und Maßnahmen entwickelt, sondern auch Bestehendes bedarfsgerecht weiterentwickelt werden. „Hessen unternimmt bereits sehr viel für die Familien, die hier leben. Dazu gehört es auch, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf stetig zu verbessern. Das zeigt beispielsweise, dass ab August 2018 für Kinder von drei Jahren bis zum Schuleintritt der Kindergarten sechs Stunden täglich beitragsfrei ist. Das wurde von den Teilnehmern des Forums übrigens als sehr positives Unterstützungsbeispiel herausgestellt. Zur Finanzierung stehen im Entwurf des Doppelhaushaltes 2018/2019 Mittel in Höhe von insgesamt 440 Millionen Euro bereit“, so Grüttner. „In Hessen sind wir auch früh angetreten, die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf zu verbessern. Dabei war uns von vornherein wichtig, alle relevanten Sozialpartner aus Wirtschaft und Gesundheitswesen zu beteiligen und wir haben die Charta zur Vereinbarkeit von Pflege und Beruf initiiert, die bereits über 130 Unternehmen unterzeichnet haben“, ergänzte Grüttner. Ausrichtung des Dialogforums Auch bei der Ausrichtung des Dialogforums hat sich das Hessische Familienministerium stark dafür eingesetzt, Bürgerinnen und Bürgern mit Familie und Beruf die Teilnahme an der Veranstaltung zu ermöglichen. An alle Teilnehmenden wurde ein Schreiben übersandt, dass die Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber um Freistellung für die Veranstaltung bat, denn eine Teilnahme an den Dialogforen bedeutet echte Partizipation an der Familienpolitik und hierzu brauchte es die Perspektive der Betroffenen. Bärbel Schäfer hob ein weiteres Angebot der Veranstaltung hervor: „Besonders gut hat mir gefallen, dass man bei der bereits bei der Anmeldung das Angebot einer Kinderbetreuung parallel zur Veranstaltung bekam. So mussten die Eltern sich die Frage, wer den Tag über für ihr Kind sorgt, nicht stellen und konnten intensiv mitarbeiten.“ Auch die Ergebnisse des dritten Dialogforums werden aufbereitet und an die eigens gegründete Kommission „Hessen hat Familiensinn“ weitergeleitet, die sich dann intensiv mit den Vorschlägen befassen und entsprechende Handlungsempfehlungen aussprechen wird. Grüttner merkte dabei an: „Die zweite Sitzung der Kommission in der vergangenen Woche hat bereits gezeigt, dass das Konzept der Dialogforen aufgegangen ist und dass wir eine Vielzahl an konkreten Ideen und Vorschlägen sammeln konnten. Dafür möchte ich mich bei den Teilnehmenden der ersten beiden Dialogforen bedanken.“ Auch Bärbel Schäfer betonte: „Die Themenvielfalt und die Qualität der Vorschläge aus den ersten beiden Dialogforen haben mich sehr positiv überrascht. Ich freue mich, dass das mutige Konzept aufgeht und die Teilnehmenden das Potenzial voll ausschöpfen. Ich bin bereits heute auf das vierte Dialogforum gespannt.“

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