Vorstellung der Ergebnisse des Hessischen Lohnatlas

Wiesbaden. Der Hessische Sozial- und Arbeitsminister Stefan Grüttner präsentierte heute zusammen mit der Geschäftsführerin des Instituts für Wirtschaft, Arbeit und Kultur (IWAK), Zentrum der Goethe-Universität, Dr. Christa Larsen, die Ergebnisse des Hessischen Lohnatlas mit Daten für Hessen und seinen 26 Regionen, die Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern dokumentieren. „Die Lohnungleichheit abzubauen ist eines der dringlichsten Ziele im Bereich der Gleichstellung und ein Gebot der Gerechtigkeit. Die Bewertung von Arbeit muss sich an der Leistung und nicht am Geschlecht orientieren. Deshalb hat sich die Hessische Landesregierung vorgenommen, Initiativen zu ergreifen, damit gleicher Lohn für gleiche Arbeit Realität wird“, betonte Grüttner.

Die erhobenen Daten mit dem Bezugsjahr 2015 sind im Hessischen Lohnatlas nach den Merkmalen Geschlecht, Berufssektoren, Staatsangehörigkeit und Qualifikationsniveau ausgewertet worden mit Fokus auf den sozialversicherpflichtig beschäftigten Frauen und Männern in Vollzeit. Im Vergleich von Frauen und Männern, die beide in Vollzeit sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind, verdienten Frauen in Hessen 2015 durchschnittlich 14 Prozent weniger, wobei auch regionale Unterschiede bei der Höhe der Lohnungleichheit festgestellt worden sind. Der Schnitt für Westdeutschland beträgt 17 Prozent. Dabei reicht in Hessen die Bandbreite von 23,4 Prozent Lohnlücke in Hersfeld-Rothenburg bis zu 2,3 Prozent in der Stadt Offenbach. Im Zeitraum zwischen 2012 und 2015 sind die Lohnlücken in Hessen im Schnitt um 1,7 Prozent kleiner geworden. Der Hessische Lohnatlas wurde im Auftrag des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration vom Institut für Wirtschaft, Arbeit und Kultur (IWAK) der Goethe-Universität Frankfurt erstellt. „Die Schaffung einer solchen Transparenz mit Darstellung der regionalen Unterschiede in Hessen ist eine gute Grundlage für die Diskussion von untergesetzlichen Maßnahmen mit allen Akteurinnen und Akteuren am Arbeitsmarkt, die für die Entgelte zuständig sind“, so Sozialminister Stefan Grüttner weiter. Das Projekt „Förderung der Entgeltgleichheit in Hessen“ ist bundesweit einzigartig. Bundesweit neu ist, dass die bestehenden Datenbestände für Hessen getrennt nach Regionen, nach Geschlecht, im Spiegel von Berufssektoren, Staatsangehörigkeit sowie dem Qualifikationsniveau ausgewertet worden sind“, ergänzte Grüttner. So lautet eine der Erkenntnisse, dass in den kreisfreien Städten und den Kreisen, die daran anschließen, eher Bereiche vorhanden sind, in welchen Entgeltgleichheit bereits erreicht ist. Grundlegend gilt nach wie vor, dass die Einkommensunterschiede von Männern und Frauen bei gleicher Qualifizierung gravierend sind. Trotz gleicher oder sogar besserer Bildung verdienen Frauen im Beruf immer noch weniger Geld und machen seltener Karriere. Besonders auffallend ist dabei die Lohnlücke bei Akademikerinnen. Obwohl sie bestens ausgebildet sind, liegt die Lücke signifikant höher als bei einer dualen Berufsausbildung, nämlich in Hessen bei ca. 28 Prozent im Schnitt. Auch die Berufswahl, fehlende Aufstiegschancen und familienbedingte Auszeiten sind weitere Faktoren für die Lohnunterschiede. „Die Studie hat auch ergeben, dass Frauen in der Mehrzahl der Kreise und kreisfreien Städte die höchsten Durchschnittsentgelte in den kaufmännischen und wirtschaftlichen Dienstleistungsberufen erreichen können, dies wäre eine wichtige Information, die bei der beruflichen Orientierung von Frauen und Mädchen vor Ort genutzt werden kann“, merkt Dr. Christa Larsen, eine der Autorinnen der Studie, an. „Die Einbindung der Tarifvertrags- und Sozialpartner ist ein wesentlicher Bestandteil für die Herstellung von Lohngleichheit, denn aufgrund der bestehenden Tarifautonomie sind sie eigenständig und primär für die Gestaltung der Löhne zuständig. Eine der Maßnahmen, die wir erfolgreich umgesetzt haben, ist das für den öffentlichen Dienst in Hessen geltende Hessische Gleichberechtigungsgesetz das um den Punkt der Gewährleistung der Entgeltgleichheit ergänzt wurde und 2016 in Kraft getreten ist. Mit dem Hessischen Lohnatlas wird mehr Transparenz erreicht und der Dialog mit den Sozialpartnern und den Akteurinnen und Akteuren auch in den Regionen fortgeführt, um gemeinsam einen Beitrag zum Abbau der Lohnungleichheit zu erzielen. Dieser Dialog wird als eine der Maßnahmen im Rahmen des Projektes „Förderung der Entgeltgleichheit in Hessen“ initiiert und unterstützt“, schloss Grüttner.

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