Hitzewarnstufe 2 wird erreicht – Modifiziertes Warnsystem in Hessen funktioniert erfolgreich

Gesundheitsminister Stefan Grüttner: „Persönliches Verhalten an Hitze anpassen – Menschen in Betreuungssituationen angemessen versorgen

Wiesbaden. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes wird morgen, 22.06.2017, im Landkreis Bergstraße unterhalb von 200 Metern die Hitzewarnstufe 2 – mit gefühlt über 38 °C – erreicht. Für die weiteren Landkreise in Süd- und Mittelhessen gilt aktuell die Hitzewarnstufe 1 – mit gefühlten Temperaturen über 32 °C bis zu einer Höhe von 600 Metern. Vor extremer Hitzebelastung wird daher gewarnt. Mit einer zusätzlichen Belastung aufgrund verringerter nächtlicher Abkühlung ist insbesondere in den dicht bebauten Stadtgebieten von Darmstadt, Frankfurt am Main, Offenbach am Main und Wiesbaden zu rechnen. Vor allem Kinder, gesundheitlich geschwächte und ältere Menschen sind in praller Sonne und bei hoher Hitze gefährdet. Gesundheitsminister Stefan Grüttner appellierte daher heute an die Bürgerinnen und Bürger, ihr Verhalten an diese Situation anzupassen: „Halten Sie sich in kühlen Räumen auf, vermeiden Sie körperliche Aktivitäten, halten Sie die Fenster tagsüber geschlossen und öffnen Sie sie erst nachts zum Lüften.“ Darüber hinaus sollten vor allem leichte Speisen verzehrt und viel getrunken werden. Alkoholische, koffeinhaltige oder stark gezuckerte Getränke seien dabei nicht zur Deckung des Flüssigkeitsbedarfs geeignet, geachtet werden müsse auf einen Ausgleich des durch Schwitzen bedingten Salzverlustes. 

Das Hessische Hitzewarnsystem besteht aus zwei Warnstufen. Die Stufe 1 warnt vor einer starken Wärmebelastung und wird bei einer gefühlten Temperatur von über 32 °C erreicht. Eine extreme Wärmebelastung (Warnstufe 2) liegt vor, wenn die gefühlte Temperatur 38 °C übersteigt oder Warnstufe 1 an vier aufeinander folgenden Tagen andauert. Neu ab 2017 ist, dass ältere und pflegebedürftige Menschen vom Deutschen Wetterdienst ergänzend und gezielt angesprochen werden, wenn die gefühlte Temperatur 36 °C übersteigt. Für diese Menschen stellt die Hitze bereits oberhalb dieses Schwellenwerts eine extreme Belastung dar. Der Deutsche Wetterdienst weist zudem darauf hin, dass in Stadtgebieten aufgrund verringerter nächtlicher Abkühlung eine zusätzliche Wärmebelastung auftreten kann.

 

Grüttner betonte, dass über die hessischen Pflegeaufsichtsbehörden die Pflegeeinrichtungen und Pflegedienste sowie Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen dazu aufgerufen sind, verstärkt für den Schutz der ihnen anvertrauten Menschen zu sorgen. „Wichtig ist, dass die älteren, pflegebedürftigen Menschen vor allem ausreichend trinken“. In Hessen lebt allerdings nur jeder vierte pflegebedürftige Mensch in einem Heim. Stefan Grüttner appellierte daher auch an die Pflegedienste und die pflegenden Angehörigen, bei der häuslichen Pflege auf die anhaltend hohen Temperaturen zu reagieren. Zur Unterstützung dieser Pflegebedürftigen, aber auch grundsätzlich zur Aufmerksamkeit gegenüber den besonders gefährdeten älteren Menschen mit Herzkreislauf- oder Atemwegserkrankungen seien Angehörige, Nachbarn sowie die betreuenden Ärzte aufgerufen.

 

Die hessische Pflege- und Betreuungsaufsicht - Regierungspräsidium Gießen - hat für Pflegeeinrichtungen, Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen und Pflegedienste Handlungsempfehlungen für außergewöhnliche Hitzeperioden erarbeitet. Diese Empfehlungen sind auf der Homepage des Regierungspräsidium Gießen eingestellt: www.rp-giessen.hessen.de (Soziales / Hess. Betreuungs- und Pflegeaufsicht / Information & Beratung). Auf der Homepage des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration stehen zudem weitere Tipps zum Verhalten bei extremer Hitze und zu Sonnenschutz-Maßnahmen: www.soziales.hessen.de/gesundheit/gesundheitsshyversorgung/verhaltenstipps-und-hessisches-hitzewarnsystem. Darüber hinaus können Interessierte auch direkt den Newsletter beim Deutschen Wetterdienst unter folgender Adresse bestellen: www.dwd.de/newsletter

Sie erhalten dann zusätzlich eine Hitzevorinformation. Diese informiert Sie über den zweitägigen Warnzeitraum hinaus über eine mögliche Hitzeentwicklung innerhalb der fünf Folgetage.

 

Hintergrund:

 

Durch das Hessische Hitzewarnsystem ist sichergestellt, dass insbesondere die Alten- und Pflegeheime, die Heime für Menschen mit Behinderungen sowie die Krankenhäuser tagesaktuell vom Deutschen Wetterdienst über gegenwärtige und bevorstehende Wärmebelastungen informiert werden. Notwendige medizinische, pflegerische oder technische Maßnahmen können somit unmittelbar eingeleitet werden.

 

Gemeinsam mit dem Deutschen Wetterdienst und der Gesundheitsabteilung im Hessischen Sozialministerium wurde 2004 in Hessen erstmals ein Hitze-Warnsystem eingeführt, um ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen in Einrichtungen vor Schäden durch Hitzeeinwirkung zu schützen. Bei Hitzewarnungen sind in den Einrichtungen entsprechende Maßnahmen durchzuführen, die von der Pflege- und Betreuungsaufsicht begleitet und kontrolliert werden.

 

Pressereferat

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