Vierte Ausschreibung für den Hessischen Landespreis „Flucht, Vertreibung, Eingliederung“

Staatsminister Stefan Grüttner und Landesbeauftragte Ziegler-Raschdorf: „Der Hessische Landespreis dient dem Erhalt des kulturellen Erbes der Vertriebenen und Spätaussiedler“

Wiesbaden. Nach 2011, 2013 und 2015 schreibt die Hessische Landesregierung zum vierten Mal den im Zweijahresrhythmus vergebenen Landespreis „Flucht, Vertreibung, Eingliederung“ aus. Dies kündigte Staatsminister Stefan Grüttner heute in Wiesbaden an. „Mit der Stiftung des Preises erinnert das Land daran, dass fast jede dritte Hessin und jeder dritte Hesse entweder Flucht oder Vertreibung selbst erlebt haben, von Flüchtlingen und Vertriebenen abstammen oder als Aussiedlerin und Aussiedler bzw. Spätaussiedlerin und Spätaussiedler hier leben“, hob Grüttner hervor. Mit der Auszeichnung werden literarische und kulturelle Werke prämiert, die sich mit der Vertreibung, Aussiedlung und Eingliederung der Vertriebenen sowie Spätaussiedler oder der Kultur der Vertreibungsgebiete auseinandersetzen. Dies gilt ebenso für Arbeiten mit historischem, soziologischem, kulturellem, sprachwissenschaftlichem oder auch wirtschaftlichem Inhalt. Eine achtköpfige Jury entscheidet über die Vergabe des Preises.

„Während es bei den ersten Preisverleihungen jeweils thematische Vorgaben gab, war die Themenwahl in 2015 freigestellt. Vor dem Hintergrund des diesjährigen Reformationsjubiläums hat sich das Ministerium entschieden, die Preisverleihung erneut mit einem Motto zu verbinden“, erklärte Minister Grüttner.

Die einzureichenden Arbeiten sollen daher einen Bezug zu dem Thema ‚Kirche in der Heimat – Kirche als Heimat der Vertriebenen und Deportierten‘ haben. Die Kirchengemeinden seien immer auch ein Kristallisationspunkt in den Städten und Dörfern der früheren Heimat gewesen und hätten das Leben der Menschen nachhaltig geprägt. Vor allem aber hätten auch nach der Vertreibung viele der Entwurzelten, die, all ihrer Habe beraubt, in der Fremde neu anfangen mussten, im Glauben Trost und Halt gefunden.

 

Da das Land Hessen infolge des Zweiten Weltkriegs rund eine Million Heimatvertriebene und seit 1979 auch über 264.000 Aussiedler und Spätaussiedler aufgenommen hat, besitzt heute fast jeder dritte hessische Bürger und jede dritte Bürgerin einen Vertreibungshintergrund. „Die Erinnerung an Flucht und Vertreibung ist somit keine Angelegenheit einer schwindenden Minderheit, sondern betrifft weite Teile unserer Bevölkerung. Das kulturelle Erbe der Herkunfts- und Vertreibungsgebiete zu bewahren, verpflichtet Politik und Gesellschaft gleichermaßen“, erklärt die Beauftragte der Hessischen Landesregierung für Heimatvertriebene und Spätaussiedler, Margarete Ziegler-Raschdorf. Sie erhoffe sich daher eine rege Beteiligung und freue sich schon auf die Einsendung zahlreicher interessanter Arbeiten. Zur Teilnahme berechtigt seien alle hessischen Bürgerinnen und Bürger jeden Alters sowie Institutionen oder Organisationen mit Sitz in Hessen. „Mit dem Preis sollen gerade auch junge Leute angeregt werden, sich mit der Thematik auseinanderzusetzen und mit eigenen Forschungsleistungen einen Beitrag dazu zu leisten, dass die Erinnerung nicht verloren geht. Der Preis wird am Samstag, 10. Juni 2017, im Rahmen des Tages der Vertriebenen auf dem Hessentag in Rüsselsheim verliehen“, so Grüttner abschließend.

 

Am 5. August 1950 hatten die Vertriebenen in der Charta der deutschen Heimatvertriebenen erklärt, auf Vergeltung zu verzichten und am Aufbau eines geeinten Europas mitwirken zu wollen. Anlässlich des 60. Jahrestags der Verkündung der Charta beschloss das Land Hessen im Jahr 2010, den Preis „Flucht, Vertreibung, Eingliederung“ auszuschreiben. Seither wird der mit 7.500 € dotierte Preis im Zwei-Jahresrhythmus am Tag der Vertriebenen während des Hessentages durch den Ministerpräsidenten des Landes Hessen, Volker Bouffier, verliehen.

 

Einsendeschluss ist der 31. März 2017. Vorschläge oder Bewerbungen sind zu richten an:

Hessisches Ministerium für Soziales und Integration

Abteilung IV

Dostojewskistr. 4

65187 Wiesbaden

E-Mail: Landesausgleichsamt-Hessen@HSM.Hessen.de

Weitere Informationen und die Statuten zum Landespreis finden Sie unter www.vertriebenenbeauftragte.hessen.de , Landespreis

***

 

 

Landesbeauftragte für Heimatvertriebene und Spätaussiedler
 

Hessisches Ministerium für Soziales und Integration

Dostojewskistr. 4

65187 Wiesbaden

 

Tel: (0611) 817 3324

Fax: (0611) 32719 3324

E-Mail: vertriebenenbeauftragte@hsm.hessen.de

Nach oben