Deutschförderung als Motor für eine gelingende Integration

Sozialminister Stefan Grüttner zu Besuch an der Käthe-Kollwitz-Schule in Offenbach: „Die Integration der vielen Seiteneinsteiger ist eine Chance für alle hessischen Schülerinnen und Schüler“

Wiesbaden. Rund ein Jahr nach Beginn der großen Flüchtlingsbewegung und aus Anlass des gerade erst vorgestellten „Schulischen Integrationsplans“ ist es Zeit für eine Bestandsaufnahme. Ein guter Anlass für die Ministerinnen und Minister der Landesregierung, sich vor Ort selbst einen Eindruck der bereits geleisteten Arbeit zu machen. So hat sich auch der Hessische Minister für Soziales und Integration, Stefan Grüttner, an der Käthe-Kollwitz-Schule in Offenbach über die Beschulung von Flüchtlingen und Zuwanderern in den Intensivklassen informiert: „Ich freue mich heute hier an der Käthe-Kollwitz-Schule zu sein und einen Einblick in die überaus wichtige Arbeit der Schulgemeinde zu bekommen. Die Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrkräfte sind für die vielen nach Hessen geflüchteten Kinder und Jugendliche einer der wichtigsten Bezugspunkte in ihrem neuen Leben. Daher ist die Arbeit, die hier geleistet wird, wichtig und wertvoll“, sagte Minister Grüttner nach dem Besuch einer InteA (Integration und Abschluss)-Klasse und ergänzte: „Es ist unstreitig, dass Bildung der Motor für eine gelingende Integration ist – zunächst hier in die Schulgemeinde und dann auch in die Gesellschaft. Daher haben wir uns als Landesregierung das Ziel gesetzt, einen optimalen Zugang zur Bildungssprache zu schaffen und damit die Integration nachhaltig zu fördern und zu forcieren. Unser Leitmotiv dabei ist: ‚Integration gemeinsam meistern – Zusammenhalt stärken‘.“

Neben dem Besuch der Intensivklasse an der Käthe-Kollwitz-Schule konnte Staatsminister Grüttner in Gesprächen mit Lehrkräften sowie Schülerinnen und Schülern auch einen Eindruck davon gewinnen, welche Hürden die Schulgemeinde bei der Integration der Zuwanderer und Flüchtlinge genommen hat und welche Herausforderungen noch vor ihr stehen. „Ich bin sehr beeindruckt, mit welchem Engagement alles dafür getan wird, dass diese Jugendlichen hier nicht nur die deutsche Sprache lernen, sondern auch integraler Bestandteil der Schulgemeinde werden. Wir als Landesregierung sind der Überzeugung, dass diese Integration eine große Chance für die gesamte Schulgemeinde und eine Bereicherung für das Miteinander darstellt“, so Grüttner abschließend.

 

„Schulischer Integrationsplan“

Seit Beginn der großen Flüchtlings- und Zuwandererbewegung wurden annähernd 20.000 Kinder und Jugendliche ohne ausreichende Deutschkenntnisse an Hessens Schulen aufgenommen, so viele wie nie zuvor in der Geschichte des Landes. Nachdem es zunächst vorrangig galt, den Kindern und Jugendlichen die deutsche Sprache zu vermitteln, steht das hessische Bildungssystem in den kommenden Monaten und Jahren vor der Herausforderung, einen beachtlichen Teil dieser Flüchtlinge und Zuwanderer, die aus den Intensivklassen in die Regelklassen wechseln, in die regulären Klassengemeinschaften zu integrieren. Unter dem Leitmotiv „Integration gemeinsam meistern – Zusammenhalt stärken“ soll den Schulen bei der Bewältigung dieser Herausforderung mit einer zusätzlichen Personalausstattung sowie Fortbildungs- und Beratungskompetenz für die Lehrkräfte unter die Arme gegriffen werden.

 

 

Hintergrundinformationen:

 

Zur Schule:

Die Käthe-Kollwitz-Schule in Offenbach ist eine Berufliche Schule, die aktuell von etwa 1.300 Schülerinnen und Schülern besucht wird. An der Schule gibt es acht InteA-Klassen mit 142 Schülerinnen und Schülern.

 

 

Zahlen zur Intensivsprachförderung der Flüchtlinge und Zuwanderer (Oktober 2016):

 

Von den derzeit insgesamt rund 26.000 Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteigern, die eine Intensivsprachförderung erhalten, werden rund 18.000 in Intensivklassen unterrichtet. Diese teilen sich auf knapp 900 Intensivklassen an allgemeinbildenden Schulen sowie knapp 400 Intensivklassen an Beruflichen Schulen (InteA – Integration und Abschluss) auf. Insgesamt kommen im Rahmen der gesamten Deutsch-Sprachförderung des Landes Hessen mehr als 2.000 Lehrerstellen zum Einsatz.

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